Bürgerinitiative: "Gentechnologie - nein danke!"
Zusammenfassender Bericht der Pressekonferenz vom 11. Juni 96, 10.30 Uhr, Café Landtmann, 1010 Wien.
"Ein generelles Verbot gentechnisch veränderter Nahrungsmittel ist - vom wissenschaftlichen und moralischen Standpunkt aus gesehen - ein absolutes
Erfordernis", sagte der bekannte Mikrobiologe und Genforscher Dr. Fagan bei einer Pressekonferenz, die in Wien stattfand. Dr. Fagan erregte weltweites Aufsehen, als er im November 94 über 6 Mill. Schilling an Forschungsgeldern an das Nationale Gesundheitsinstitut der USA zurückgab und weitere 13 Millionen Schilling an Förderungsgeldern
ablehnte.
Prof. Fagan ist über 20 Jahre im Bereich der Krebsforschung tätig. Seine Hauptargumente gegen die breite Anwendung der Gentechnologie, die er in seinem Buch "Genetic Engineering: The Hazards - Vedic Engineering: The Solutions" zusammengefaßt hat, sind folgende:
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im Bereich der Gesundheit sollte man wirksamere und billigere Forschungsrichtungen einschlagen.
Gentherapie kann unsere gravierendsten Gesundheitsprobleme nicht bewältigen, da die meisten Krankheiten (98 - 99%), einschließlich den großen "Killern" wie Herz- oder Krebserkrankungen, nicht primär genetisch bedingt sind, sondern ihre Hauptursache in Verhaltens- und Umweltfaktoren haben.
Die gesundheitlichen Risken der Gentechnologie sind nicht abschätzbar: toxische und allergische Reaktionen nach Einnahme gentechnisch veränderter Nahrungsmittel und Medikamente sind bereits aufgetreten. |
| 2. |
Ökologische Risken bei der Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen in die Umwelt sind nicht vorhersehbar. Trotz des hohen Risikos wurden bereits in tausenden Feldexperimenten weltweit gentechnisch veränderte Nutzpflanzen ausgesetzt. Der Druck der biotechnologischen und chemischen Konzerne, die sich von der Gentechnologie Milliarden-Gewinne erwarten, wächst ständig.
Gentechnologie in der Landwirtschaft bedingt eine Zunahme des Verbrauchs von Herbiziden, eine Reduzierung der Artenvielfalt, ungeahnte Interferenzen zwischen gentechnisch veränderten und wildwachsenden Pflanzen und unvorhersehbare Wirkungen beim Verzehr dieser Pflanzen auf den menschlichen Organismus. |
| 3. |
Zur heutigen Situation eines Wissenschaftlers meinte Dr. Fagan generell, daß die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit gleicherweise zum Positiven wie zum Negativen verwendet werden können und daß für die Wissenschaft selbst keine Möglichkeit besteht, diese Entscheidung zu beeinflussen. Man akzeptiert das im allgemeinen als ein unvermeidliches Merkmal moderner Forschung - aber kein Wissenschaftler sollte solche Kompromisse eingehen müssen! |
Dr. Fagan vertrat die Meinung, daß es sich - gleichgültig auf welchem Gebiet -
langfristig nur lohnen wird, natürlichen, ganzheitlichen Konzepten in Wissenschaft und Forschung den Vorzug zu
geben, gegenüber isolierten, rein profitorientierten und darüber hinaus höchst risikoreichen Methoden, wie z.B. der Gentechnologie. Er erwähnte in diesem Zusammenhang die
Vedische Wissenschaft und Technologie - ein jahrtausendealtes ganzheitliches Wissen über Bewußtsein, Intelligenz und Naturgesetze - das in unserer Zeit von Maharishi Mahesh Yogi in seiner Vollständigkeit wiederbelebt wurde (z.B. Maharishis Vedischer Gesundheitsansatz).
Herr Dr. Krenner, prakt. Arzt aus Wien, Obmann der Österreichischen Naturgesetz-Partei und Mitinitiator der
Bürgerinitiative "Gentechnologie - nein danke!", meinte in seiner Stellungnahme, daß sich auch im Fall der Gentechnologie, genauso wie in anderen Fällen, die chronische Unfähigkeit von uns Menschen demonstriert, mit neuen Technologien - die angeblich zu unserem Wohle geschaffen wurden - sicher umzugehen.
"Ein gutes Beispiel der letzten Jahrzehnte ist sicherlich die Atomenergie: für friedliche Zwecke entwickelt, als Lösung für alle Energieprobleme der Welt fälschlicherweise gepriesen, als furchterregende Waffe mißbraucht (auch die Gentechnologie kann zur kostengünstigen Herstellung biologischer Waffen, z.B. von Killerviren, verwendet werden) und grob unterschätzt, was die schädlichen Nebenwirkungen anbelangt."
"Die Einführung neuer Technologien läuft meist nach demselben Schema ab: ein aufsehenerregender wissenschaftlicher Durchbruch, Hypothesen über all die wunderbaren Anwendungsmöglichkeiten, Wirtschaft und Industrie investieren in diese vielversprechende neue Einnahmequelle, die Technologie wird im breiten kommerziellen Rahmen eingesetzt, noch bevor sie ausreichend erforscht ist, kritische Nebeneffekte treten auf, und erst dann wird versucht, diesen Gefahren mittels Gesetzgebung beizukommen. Tschernobyl ist uns in diesem Zusammenhang noch gut im Gedächtnis.
Wollen wir denselben Fehler bei der Gentechnologie wieder machen?"
Herr Dr. Krenner lobte die hervorragende Arbeit von GLOBAL 2000 und des Grünen Parlamentsclubs, sowie aller anderen Umweltorganisationen, die die Bevölkerung über die Gefahren der Gentechnologie aufklären. Er schlug eine Aktionsplattform unter dem Titel "Fortschritt ja; Gentechnologie - nein danke!" vor und rief alle verantwortungsbewußten und engagierten Menschen und Organisationen in Österreich auf, sich daran zu beteiligen.
"Die Information der Öffentlichkeit über die Gefahren der Gentechnologie und der damit erzeugte Druck der öffentlichen Meinung sind wichtige Mittel, um Wirtschaft und Wissenschaft auf einen natürlichen und vernünftigen Weg zurückzuführen. Noch wesentlicher in diesem Zusammenhang scheint mir die Bewußtseinsbildung der Menschen zu sein. Wir müssen lernen in Einklang mit der Natur zu leben - mit unserer eigenen Natur und mit unserer Umwelt. Wir können es uns nicht mehr leisten, darauf zu warten, bis wir aus Irrtümern gelernt haben."
Rückfragen
Wien, am 11.6.96
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